Mittwoch, 27. April 2005Ob die Marke in diesem Segment erhalten bleibt?
Gerade im Frühstücksfernsehen: Siemens möchte nun doch - nach allerlei Spekulationen in letzter Zeit - seine Handy-Sparte ausgliedern. Acer steht sicher schon Gewehr bei Fuß, auch wenn Motorola sich auch die Finger nach dem Know-How der Siemens/Bosch-Leute lecken würde.
Ich tippe auf Acer. Nach dem Generationswechsel an deren Konzernspitze müsste langsam wohl ein Coup her. (Andererseits: Wer versteht schon Asiaten wirklich? Die haben einen ganz anderen Planungshorizont.) Dienstag, 26. April 2005Brutalspiele brutal aufgeklärt: Die Wurzel allen Übels ist das Spiel. (Und unter keinen Umständen die Gesellschaft oder das Umfeld. Oder sonstwas.)
Unabhängige Berichterstattung, neutral? Nicht, wenn man Vokabeln wie "Killerspiele" und "Brutalspiele" verwendet. Ich erkenne bei der Redaktion von Frontal21 beim besten Willen nicht den Wunsch, sich an einer sachlichen Diskussion um das Thema "Gewalt in (Computer- und Video-)Spielen" beteiligen zu wollen.
Das ewige Leidensthema um Agressionsaufbau oder -karthasis mittels Spielen: Die Wahrheit wird irgendwo dazwischen liegen. Dennoch bleibt wohl auch in Zukunft für die Vertreter der Agressionstheorie immer genügend Futter: Die Kiddies in der Szene, jene Menschen also, die sich kaum artikulieren können, die sorgen - wie der Frontal21-Bericht schön gezeigt hat - für genügend Argumentationshilfe. Hier also das Wort zum Mittwoch:Lieber Kinder, wenn Ihr nichtmal einen einzelnen Satz korrekten Deutschs zusammenbekommt, dann lasst es einfach bleiben und überlässt das Lobbying den Leuten, die sich im Zweifel auch mal eine Krawatte binden können. Und liebe Frontal21-Redaktion, gerüchteweise kann man Sarkasmus auch per eMail transportieren. Ob der allerdings auch als solcher erkannt wird, scheint ganz am Willen des Empfängers zu liegen. Wichtig scheint eher die Möglichkeit, Zitate aus dem Zusammenhang gerissen als dramatische Pointierung verwenden zu können. Mir stellt sich unabhängig davon die Frage, ob die Kinder und Jugendlichen, die z.B. auf dem Bolz- und Rasenplatz die Blutgrätsche als legitimes Mittel der Taktik kennenlernen, ob die nicht auch eine potentielle Alltags-Agressionsbombe darstellen könnten.. Glückliche Kommunikationspolitik kann.. Kunden zufriedenstellen.
Dass es grundsätzlich auch besser gehen kann, zeigt des Shopbloggers neuer Hoster: Domain)Factory.
Nach ein paar Tagen Betrieb stellten sie fest, dass die Server mit der Last des Blogs gut zu tun hatten - und reagierten prompt mit einem freundlich angekündigten Umzug. (Interessant hier auch die Kommentare.) Eigentlich sollte sowas nicht passieren:
Ein BWL-Student im siebten Semester, der allen Ernstes das Wort "Unkosten" noch in seinem Sprachschatz hat.. Aua. Was für ein Unwort..
Überhaupt geht man viel zu nachlässig mit der Sprache um. Etwas Nachdenken könnte ab und an echt nicht schaden. Manchmal sind die Augen größer als der Magen. Auch bei der EU.
Rumänien und Bulgarien. 2007 oder 2008 wird es also soweit sein - mit der Vertragsunterzeichnung ist nun die größte Angst, zumindest die der Rumänen, vorbei. Man kann nur hoffen, dass die Reformanstrengungen in diesen Ländern nicht nachlassen. Viel ist zu tun, um die tägliche Korruption in diesen Ländern auf ein weniger tägliches und weniger sichtbares Niveau zu bringen."Für die Erweiterung war die Zeit noch nicht reif", gerade ein O-Ton im öffentlich-rechtlichen Frühstücksfernsehen, "wir hätten bei Kern-Europa bleiben müssen". So wohl die allgemeine Stimmung in Frankreich, einem Land, in dem der öffentliche Diskurs um die Zustimmung zur europäischen Verfassung gerade besonders intensiv geführt wird. "Diese Verfassung ist zu liberal". Der Liberalismus als Buhmann? Ob angesichts dieser Ängste die Vertragsunterzeichnung mit den beiden bisherigen Beitrittskandidaten nicht etwas schlecht getimed war?
Fürs Timing hatten die Politiker der EU jedenfalls aus ökonomischer Sicht oft kein besonders gutes Händchen: Zehn neue EU-Staaten auf einmal, und unvermeidbare Aufprallschmerzen im Westen nur gelindert durch seltsame und kaum zu vermittelnde Sonderregelungen, wie z.B. für die zu Recht gefürchtete Arbeitnehmer-Zuwanderung aus dem Osten. (Faktorfreiheit selektiv - ahem!) Unglückliche Kommunikationspolitik kann Kunden kosten.Kommunikation! Kommunikation! Daran hapert's hierzulande dem Mittelstand immer wieder, wie unlängst der Shopblogger mit Hilfe des mittelständischen Hosting-/Housing-Unternehmen Manitu wieder mal feststellen konnte. (Unbedingt den Kommentarbaum lesen.) Nun, immerhin konnte Manitu mit einer angemessenen Krisen-PR ein wenig den Schaden begrenzen. Sonntag, 24. April 2005Der Night Groove
Pforzheim ist eine geschlagene Stadt. Nicht viel blieb vom historischen Kern übrig, als die alliierten Bomber im Februar 1945 vorbeigezogen waren: Die Umstellung der feinmechanischen Industrie auf Zündersysteme verurteilte Pforzheim zu seinem Schicksal. Der hastige Wiederaufbau nach dem Krieg führte zu einem eher tristen Stadtbild. Stück für Stück aber befreit sich das neue Pforzheim von jener unterschwelligen Traurigkeit, die die Funktionsbauten aus den 50er und 60ern verbreiten. Gestern beispielsweise war einer jener Momente, in der man selbst als Zugezogener der Stadt herzlich zugeneigt sein konnte: Der Night Groove. Ganz dem Vorbild anderer Städte folgend - "Catch the Bus" in Karlsruhe etwa - hat das kommunale Marketing einen Konzert-/Kneipenabend in die Welt gesetzt.
Und: Es war angesichts des freundlichen Frühlingsabends (und der charmanten Begleitung) eine echte Freude, durch die Stadt zu flanieren und den Menschen in gelöster Stimmung zuzusehen. Es haben letztlich nicht nur die direkt am Groove teilnehmenden Etablissements profitiert, auch die restliche Gastronomie wurde dem Augenschein nach gut frequentiert: Positive Externalitäten in der Praxis! :-) Erste EinträgeIch bin der Meinung, dass erste Einträge nur des ersten Eintrags Willen auf Blogs total abgedroschen sind. Dieser Eintrag wäre es auch, wäre der Eintrag nicht der erste und hätte er keinen sinnvollen Inhalt. Man meldet sich zurück. Man war schon hier. Die Dinge sind nicht neu. Es sind nur alte Dinge im neuen Gewand. Die Blogs wurden irgendwann "erfunden" und man redet nur noch davon. Ich mag den heutigen Blogs den Rang keinesfalls abstreiten, denn sie haben sich ihren Rang durchaus verdient - und ich bin froh, dass es sich so entwickelt hat. Hallo auch. Ich bin "alt", bereits lange im Netz unterwegs. Ich bin mit vielen Situationen nicht zufrieden. Ich will leben und niemals getreten werden. Dinge sind passiert, die nie hätten passieren dürfen. Ich lebe in Deutschland, aber Deutschland lebt nicht mit mir. Viele Umstände sind mir zuwider. Teils verbittert, teils froh über meine Situation. Das Blog wird mir eine Plattform sein, Probleme und Situationen zu schildern. Interessant wird es werden - sieht man sich die Kategorien an, in die wir unsere Einträge pressen:Gesellschaft, Technologie, Ökonomie, Szene, Karlsruhe, Pforzheim.. Alte Gedanken, die man schon längst hätte aufschreiben sollen, finden nun ein neues Zuhause. Unsere Gedanken sind tief vielseitig, komplex, tiefgreifend, kritisch. Wir schreiben, was wir wollen, wann wir wollen. Jeder kann lesen, was er will, wann er will. Wirst Du angegriffen, liegt es nicht daran, dass wir Dich nicht kennen. Es liegt daran, dass wir Dich kennen. Künstlerische Freiheit, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Informationsfreiheit und Persönlichkeitsrecht sind uns durchaus geläufige Begriffe.Wollen wir sie wahren.
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