Donnerstag, 28. Juli 2005Frauen, Männer, Missverständnisse und "orz"Gab es lange keinen Eintrag mehr von mir war mal wieder das Studium schuld. Nun, da wir das letzte Semester gestern gebührend mit einer Party verabschiedeten, gibt's auch interessante neue Dinge aus dem Thema Mann-Frau-Selbstverständnis zu berichten. Man soll es ja nicht glauben. Eventuell ist man schonmal über die neuen Emoticons drübergestolpert. Ein komisches "orz" macht die Runde im Internet.. was zum Teufel ist denn das? Ein Nichtkenner würde denken ORZ sei eine Abkürzung, naja, aber so ist es nicht. "orz" steht eher symbolisch für ein Strichmännchen, das seelisch gepeinigt auf dem Boden kniet und nicht mehr weiterweiss. Es ist ein netter, guter Mann, der sich gerade mal wieder fragt, "Warum will sie mich nicht? Warum bekomme ich sie nicht??".Dass gerade so ein nettes Symbol im Internet die Runde macht, könnte ein Hinweis darauf sein, dass computerinteressierte Männer evtl. öfter das Problem haben, aber das jetzt nur mal am Rande. Naja, ich machte das Bild dieses seelisch gepeinigten Mannes "orz" auf unserer Grillparty zum Thema - nach kurzen Erklärungen, um was es genau ginge, ging auch schon die Diskussion der Sichtweisen von Mann und Frau los. Es hat gefruchtet. :) Ein Kollege, der redlich eher offensiv mit Frauen umgeht, sagte sinngemäß sofort, dass es ja klar sei, wenn man sich in die Rolle begebe, man da auch nicht wieder rauskäme. Zustimmend dazu, eine Kollegin: "Das ist ja auch wirklich klar. Wenn man einem quasi alles erzählen kann, das ist dann schliesslich die beste Freundin, und wenn es ein Mann ist, dann ist das, eben ähnlich der Freundin, eine Person mit der man nichts anfängt." - Ich warf in die Runde: "Achso, also der Mann ist dann entweder schwul oder .. einfach kein Mann, sondern eine Frau und damit die beste Freundin!" - Nun ist auch alles klar. :) Eine einfache aber sehr einleuchtende Sichtweise. Wir brauchen uns keine Gedanken machen - Frauen scheinen nur kompliziert zu sein, sind es aber nicht - oder etwa doch? Zu dem Thema gab es dann (so ganz nebenbei) noch ein paar interessante Tipps.. "Ja, was wollen Frauen also eigentlich, wenn sie einen Mann, eine Beziehung wollen?". Mein Kollege sagte (klar, schon etwas angetrunken), sinngemäß ganz plakativ: "Man muss eigentlich nur der sein, der man ist. Man darf sich NIE verstellen, denn sonst ist klar, sobald man in der Beziehung ist, stimmt die Grundlage auf derer man zusammenkam nicht mehr." - da hat er Recht.Und das alles entscheidende... was denken denn Frauen darüber? Was wollen Frauen? Ist es denn so, wie man in dem Film "Was Frauen wollen" dargestellt wird?Naja, nicht ganz. Ganz nach den vielen Ausführungen zufolge und dem, was ich mir eben noch merken konnte (das ist auch wohl die Quintessenz) wollen Frauen einen Mann, der eben nicht sich der Frau ständig anpasst. Der Mann muss einfach wissen, was er will. Er muss sein "eigen Ding'" machen, sich von seinem Pfad durch die Frau nicht beeinflussen lassen - und dennnoch, nun der Spagat, der Frau eben aus diesem Mannsleben etwas bieten können; Z.B. Abenteuer, verrückte Dinge, Freiheit.. Wegweisend sein. Und da wäre er, der Schutz, den er bieten sollte. Ein "Kerl" sollte eben ein "Kerl" sein und kein Milchbubi. Ganz schlecht sei also auch ein Mann, der sich nach dem Willen einer Frau biegen liesse, einfach sich immer nur ihr anpassen würde. Soviel entgegenzukommen bedeutet, sich selbst als Charakter zu verlieren. Das will man nicht - gleichwohl es Frauen gibt, die das natürlich gut finden, aber das nennt man gemeinläufig "um den Finger wickeln". Was will Man(n) tun? Einfach das tun, was man als Mann, als echter Kerl, eben tun würde. Versuchen, niemals in die Freundschiene zu rutschen. Unbeeindruckt seines Weges gehen. Achja, da wäre noch anzumerken, am Ende der Party kam heraus, dass eine Kommilitonin sich nach einigen Jahren mit ihrem alten Freund ("sonst nur ein Freund") zusammenkam, stürmisch verliebt ist und das obige Klischee garnicht bestätigt. ... Und mir höchstens Grund zur Annahme gibt, dass Beziehungen mit einem zuhörenden, sanftem, liebevollen Mann eben länger halten werden als eine der vielen "Kerl"-Beziehungen. Oder, wie war's bei euch, Mädels? Samstag, 16. Juli 2005"Spiegel online" und die Namen.
Wenn derartig offensichtliche Fehlerchen passieren, fragt man sich, wie die Berichterstattung in anderen Dingen wohl geartet sein mag: Stan Lee nannte seinen Helden nunmal "Spider-Man" und nicht, wie der Spiegel gerade mal wieder, "Spiderman".
Das mag zwar ein bisschen kleinkariert klingen, aber gerade bei Namen zeigt sich die Sorgfalt des Recherchierens. Freitag, 15. Juli 2005Werkschau der Fakultät für Gestaltung
Wer morgen in Pforzheim ist, sollte unbedingt zur Hochschule pilgern, genauer: Zur Fakultät für Gestaltung. Denn morgen ist der zweite Tag der Werkschau (PDF). Ich war heute da - und kam aus dem Staunen nicht heraus. Vor dem Gebäude in der Holzgartenstraße wird man verheißungsvoll von einem Auto im Bett begrüßt - eine witzige Installation. Nicht, dass ich ein großer Kunstkenner wäre, aber ich habe doch einige Stunden in der Ausstellung verbracht, die Zeit verging wie im Fluge und war dennoch nicht ausreichend, um alles zu sehen. Morgen also werde auch ich nochmals dortsein.
Und heute abend dann: Die Modenschau. Da freue ich mich besonders darauf. Tipp: Die Schau wird mehrmals wiederholt morgen, so dass eventuell noch freie (Steh-)Plätze zu haben sein könnten. Reformhäuser und die richtigen Prioritäten
Was tut ein halber Vegetarier, wenn spontan ein Grillen angesagt ist? Richtig. Er fährt mit dem Bus runter in die Stadt, läuft zum örtlichen Reformhaus - und steht um 19:12 Uhr exakt 12 Minuten zu spät vor dem Laden. Super, das Timing war klasse - aber zum Glück hat in der kürzlich eröffneten "Schlössle Galerie" (sic!) auch eine Filiale einer Reformhauskette aufgemacht. Schnell die Veggiewürstchen und ein bisschen Brühe eingekauft, und dann festgestellt: Selbst wenn man ein klein wenig Grillgut für satte 12,62€ einkauft, werden am Schluss noch zehn Cent für die notwendige Tüte kassiert.. Und mit einem freundlichen Lächeln einem dann noch die unentgeltliche Kundenzeitschrift beigepackt.
Ganz ehrlich: Ich hätte lieber auf dieses Werbeblättchen verzichtet, wenn man mir die paar Cent für eine Tüte mit sowieso zweifelhafter Ökobilanz erspart hätte. Dienstag, 12. Juli 2005Die "Beach Bar" in Pforzheim
Studentenfreundliche Preise sehen anders aus: Hier hat vor wenigen Wochen eine "Beach Bar" aufgemacht. Nett gestaltet: Sandfläche, Strandliegen, kleine Betontischchen, Bar. Direkt an einem der Flüsse, die die Stadt hier durchziehen. Endlich mal wieder ein kleines Highlight mehr, hier in dieser Stadt, die sich in den letzten Jahren so sehr zum besseren verändert und trotzdem noch soviel zu tun hat. Gute Sache, das mit dieser Bar. Ja wenn, ja wenn: Die Preise nicht wären. Die Zielgruppe dieses Etablissements sind sicher junge Leute, vornehmlich Studenten und Berufsschüler. Allein von den Studenten gibt es gute 5000, und selbst wenn denen das Geld nicht so locker sitzen kann: Die Masse macht's. Allerdings liegen die Preise offensichtlich sogar über Club-Niveau. Fünf Euro für einen Wodkabull ist eher ein Preismarketing-Experiment als dazu geeignet, auf Dauer treue Stammkundschaft zu gewinnen. Und auf die dürften heutzutage wenige verzichten können.
Andererseits waren die Kollegen hinter der Bar nett (vor allem deswegen, weil man sich vom Campus und Seminaren kannte), und das Ambiente ist unschlagbar. Mein Tipp: Vorbeisehen, falls man den "Ambienteaufschlag" auf die Getränke tolerieren mag. Donnerstag, 7. Juli 2005Bad day today.An Englishman telling, a Fin commenting and a German (me) listening: Mittwoch, 6. Juli 2005MTU Friedrichshafen: MAN steigt aus, KKR weiter dabei.
Gerade eben auf N-TV: Die MAN AG ist aus dem Bieterverfahren für den Schwermotoren-Spezialisten MTU Friedrichshafen GmbH ausgestiegen. MTUs Gründerfamilien, die trotz ihres relativ geringen Firmenanteils von lediglich 12% noch ein Vetorecht besitzen, konnten sich nicht recht einig werden.
Weiter im Rennen unter anderem: KKR. Mein Tipp: KKR kommt zum Zug und vereinigt die beiden MTUs wieder. Ihr Investment MTU Aero Engines hält sich bisher recht gut an der Börse. Anleger, die bei der Emission Anfang Juni dabei waren, haben bisher pro Aktie einen Buchgewinn von etwas über vier Euro gemacht. Dienstag, 5. Juli 2005Warum mein erstes großes Auto wohl kein Porsche wird.
Putzig ist die Werbung ja schon: Ein Dreikäsehoch radelt zu einem Porschezentrum, um sich kindlich staunend die ausgestellten Luxusfahrzeuge anzusehen. Der Kundenberater lässt ihn gewähren und gibt ihm am Ende noch seine Visitenkarte - und so verabschiedet sich der Knirps mit dem Versprechen, in zwanzig Jahren nochmals vorbeizusehen.Die Botschaft ist klar: Das staunende Kerlchen von heute wird zum zahlungskräftigen Kunden von morgen, weil die Faszination der Marke ihn nicht mehr loslassen wird. Gestern nun war ich mit meinem Studienkollegen Tim unterwegs. Die Hälfte der Klausurzeit liegt nun hinter uns, und so waren wir zunächst im Freibad in Dillweißenstein, dann auf einen Sprung nach Karlsruhe, um längst überfällige Seminar-Bücher abzugeben und das Café Emaille aufzusuchen. Bei der Rückfahrt nach Pforzheim kam uns spontan in den Sinn, mal zu sehen, wozu man denn studieren könnte: Um sich eines Tages mal einen Porsche zu gönnen, nicht wahr?
Also bogen wir nach der Tankstelle zum "Porsche Zentrum Pforzheim" (sic!) ein, parkten den Polo zwischen einem Cayenne und einem Carrera und betraten das Heiligtum des gehobenen Automobils: Den Salon. Ein sanfter Duft nach neuem Auto und Technik umfing unsere Nasen. Zwei BWL-Studenten auf großer Tour! Inmitten von Fahrzeugen, die für Sportlichkeit und Erfolg standen, Wiedekings Turnaround greifbar vor uns.. Autos für 70, 80, 100.000€ standen da, und es war wahrlich schön anzusehen. Allerdings hatten wir offensichtlich die falsche Kleidung gewählt, Verzeihung!, das ist schlimm. Denn Tim hatte Bermudas an, und ich wagte es, in Jeans und Kurzarmhemd aufzutauchen. Sicherlich ist es unter normalen Umständen für einen Verkäufer schwer, die Balance zu halten: Wenn der Kunde sich nur umsehen mag, sollte man ihn nicht gleich überfallen, und wenn er ein Gespräch sucht, sollte man auch zur Stelle sein. Nun, umsehen wollten Tim und ich uns tatsächlich, aber ich hätte es sicherlich nicht schlecht gefunden, hätte man für einen winzigen Augenblick ein klein wenig Aufmerksamkeit auf uns gerichtet. Berater - von "Verkäufer" zu reden wäre ja reichlich profan - waren reichlich vorhanden, aber alle ließen uns in Ruhe -- nein, genaugenommen ignorierten sie uns. Es muss an der Kleidung gelegen haben - oder könnten wir uns noch andere Gründe vorstellen..? Nach etwa zehn Minuten verließen wir den Ausstellungsraum, ohne dass man von uns auch nur hätte Notiz genommen. Wären wir derweil Internetmillionäre oder von Beruf Sohn gewesen, viel Geld hätten sie verloren - aber offensichtlich spielte das keine Rolle. So oder so: Studenten werden eines Tages arbeiten gehen, und viele von ihnen sicherlich nicht ohne finanziellen Erfolg. Und vielleicht hätte sich ja ein nettes Gespräch ergeben, und vielleicht hätten wir als Studenten dem Haus irgendwie behilflich sein können. Immerhin hatten wir ja schon sehr viel Interesse gezeigt, als wir uns dorthin bewegten.Und der Zeitrahmen für einen eventuellen Kauf eines Porsches, der wäre sicherlich weniger als zwanzig Jahre gewesen. Jedenfalls bei mir, denn ich bin längst kein Dreikäsehoch mehr...
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