Freitag, 15. Juli 2005Werkschau der Fakultät für Gestaltung
Wer morgen in Pforzheim ist, sollte unbedingt zur Hochschule pilgern, genauer: Zur Fakultät für Gestaltung. Denn morgen ist der zweite Tag der Werkschau (PDF). Ich war heute da - und kam aus dem Staunen nicht heraus. Vor dem Gebäude in der Holzgartenstraße wird man verheißungsvoll von einem Auto im Bett begrüßt - eine witzige Installation. Nicht, dass ich ein großer Kunstkenner wäre, aber ich habe doch einige Stunden in der Ausstellung verbracht, die Zeit verging wie im Fluge und war dennoch nicht ausreichend, um alles zu sehen. Morgen also werde auch ich nochmals dortsein.
Und heute abend dann: Die Modenschau. Da freue ich mich besonders darauf. Tipp: Die Schau wird mehrmals wiederholt morgen, so dass eventuell noch freie (Steh-)Plätze zu haben sein könnten. Reformhäuser und die richtigen Prioritäten
Was tut ein halber Vegetarier, wenn spontan ein Grillen angesagt ist? Richtig. Er fährt mit dem Bus runter in die Stadt, läuft zum örtlichen Reformhaus - und steht um 19:12 Uhr exakt 12 Minuten zu spät vor dem Laden. Super, das Timing war klasse - aber zum Glück hat in der kürzlich eröffneten "Schlössle Galerie" (sic!) auch eine Filiale einer Reformhauskette aufgemacht. Schnell die Veggiewürstchen und ein bisschen Brühe eingekauft, und dann festgestellt: Selbst wenn man ein klein wenig Grillgut für satte 12,62€ einkauft, werden am Schluss noch zehn Cent für die notwendige Tüte kassiert.. Und mit einem freundlichen Lächeln einem dann noch die unentgeltliche Kundenzeitschrift beigepackt.
Ganz ehrlich: Ich hätte lieber auf dieses Werbeblättchen verzichtet, wenn man mir die paar Cent für eine Tüte mit sowieso zweifelhafter Ökobilanz erspart hätte. Dienstag, 12. Juli 2005Die "Beach Bar" in Pforzheim
Studentenfreundliche Preise sehen anders aus: Hier hat vor wenigen Wochen eine "Beach Bar" aufgemacht. Nett gestaltet: Sandfläche, Strandliegen, kleine Betontischchen, Bar. Direkt an einem der Flüsse, die die Stadt hier durchziehen. Endlich mal wieder ein kleines Highlight mehr, hier in dieser Stadt, die sich in den letzten Jahren so sehr zum besseren verändert und trotzdem noch soviel zu tun hat. Gute Sache, das mit dieser Bar. Ja wenn, ja wenn: Die Preise nicht wären. Die Zielgruppe dieses Etablissements sind sicher junge Leute, vornehmlich Studenten und Berufsschüler. Allein von den Studenten gibt es gute 5000, und selbst wenn denen das Geld nicht so locker sitzen kann: Die Masse macht's. Allerdings liegen die Preise offensichtlich sogar über Club-Niveau. Fünf Euro für einen Wodkabull ist eher ein Preismarketing-Experiment als dazu geeignet, auf Dauer treue Stammkundschaft zu gewinnen. Und auf die dürften heutzutage wenige verzichten können.
Andererseits waren die Kollegen hinter der Bar nett (vor allem deswegen, weil man sich vom Campus und Seminaren kannte), und das Ambiente ist unschlagbar. Mein Tipp: Vorbeisehen, falls man den "Ambienteaufschlag" auf die Getränke tolerieren mag. Dienstag, 5. Juli 2005Warum mein erstes großes Auto wohl kein Porsche wird.
Putzig ist die Werbung ja schon: Ein Dreikäsehoch radelt zu einem Porschezentrum, um sich kindlich staunend die ausgestellten Luxusfahrzeuge anzusehen. Der Kundenberater lässt ihn gewähren und gibt ihm am Ende noch seine Visitenkarte - und so verabschiedet sich der Knirps mit dem Versprechen, in zwanzig Jahren nochmals vorbeizusehen.Die Botschaft ist klar: Das staunende Kerlchen von heute wird zum zahlungskräftigen Kunden von morgen, weil die Faszination der Marke ihn nicht mehr loslassen wird. Gestern nun war ich mit meinem Studienkollegen Tim unterwegs. Die Hälfte der Klausurzeit liegt nun hinter uns, und so waren wir zunächst im Freibad in Dillweißenstein, dann auf einen Sprung nach Karlsruhe, um längst überfällige Seminar-Bücher abzugeben und das Café Emaille aufzusuchen. Bei der Rückfahrt nach Pforzheim kam uns spontan in den Sinn, mal zu sehen, wozu man denn studieren könnte: Um sich eines Tages mal einen Porsche zu gönnen, nicht wahr?
Also bogen wir nach der Tankstelle zum "Porsche Zentrum Pforzheim" (sic!) ein, parkten den Polo zwischen einem Cayenne und einem Carrera und betraten das Heiligtum des gehobenen Automobils: Den Salon. Ein sanfter Duft nach neuem Auto und Technik umfing unsere Nasen. Zwei BWL-Studenten auf großer Tour! Inmitten von Fahrzeugen, die für Sportlichkeit und Erfolg standen, Wiedekings Turnaround greifbar vor uns.. Autos für 70, 80, 100.000€ standen da, und es war wahrlich schön anzusehen. Allerdings hatten wir offensichtlich die falsche Kleidung gewählt, Verzeihung!, das ist schlimm. Denn Tim hatte Bermudas an, und ich wagte es, in Jeans und Kurzarmhemd aufzutauchen. Sicherlich ist es unter normalen Umständen für einen Verkäufer schwer, die Balance zu halten: Wenn der Kunde sich nur umsehen mag, sollte man ihn nicht gleich überfallen, und wenn er ein Gespräch sucht, sollte man auch zur Stelle sein. Nun, umsehen wollten Tim und ich uns tatsächlich, aber ich hätte es sicherlich nicht schlecht gefunden, hätte man für einen winzigen Augenblick ein klein wenig Aufmerksamkeit auf uns gerichtet. Berater - von "Verkäufer" zu reden wäre ja reichlich profan - waren reichlich vorhanden, aber alle ließen uns in Ruhe -- nein, genaugenommen ignorierten sie uns. Es muss an der Kleidung gelegen haben - oder könnten wir uns noch andere Gründe vorstellen..? Nach etwa zehn Minuten verließen wir den Ausstellungsraum, ohne dass man von uns auch nur hätte Notiz genommen. Wären wir derweil Internetmillionäre oder von Beruf Sohn gewesen, viel Geld hätten sie verloren - aber offensichtlich spielte das keine Rolle. So oder so: Studenten werden eines Tages arbeiten gehen, und viele von ihnen sicherlich nicht ohne finanziellen Erfolg. Und vielleicht hätte sich ja ein nettes Gespräch ergeben, und vielleicht hätten wir als Studenten dem Haus irgendwie behilflich sein können. Immerhin hatten wir ja schon sehr viel Interesse gezeigt, als wir uns dorthin bewegten.Und der Zeitrahmen für einen eventuellen Kauf eines Porsches, der wäre sicherlich weniger als zwanzig Jahre gewesen. Jedenfalls bei mir, denn ich bin längst kein Dreikäsehoch mehr...
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