Freitag, 30. September 2005Quiz-Sender"Vielen Dank, dass Sie bei der Sat.1 Quiznight mitgemacht haben. Leider haben Sie dieses Mal kein Glück gehabt. Probieren Sie es bitte nocheinmal." Piep. Und schon wurde ich nach 16 Sekunden aus der Leitung gedrückt. So, oder so ähnlich, klingt es, wenn man einmal versucht bei den verbraucherschutzverachtenden TV-Quizsendern anzurufen. "Quiz-Sender" vollständig lesen Montag, 5. September 2005http://www.das-neue-bafoeg.de
Wer als Student das "schöne neue BAFöG" bekommen will, muss natürlich ein Formular ausfüllen. So begab man sich auf die Suche nach den richtigen Formularen... und gesucht, gefunden, auf:
http://www.das-neue-bafoeg.de/antrag_formulare.php Warum aber sucht man im Internet nach amtlichen Formularen? Eine klare Sache: Erstens wurden durch Steuergelder die Webseiten erst ins Leben gerufen. Zweitens wäre man deswegen eben schön blöd, bei Verfügbarkeit eines Internetzugangs, das Angebot nicht zu nutzen.Drittens ist man nicht von den Öffnungszeiten der Ämter abhängig.Und viertens, man spart sich die Strassenbahnkarte zum BAFöG-Amt, um sich die Formulare händisch zu beschaffen. So weit, so gut. Also klickt man eben auf das erste Formblatt - und was sehe ich da? Sinngemäß: "Die Datei scheint in einem neuen Format zu sein, das diese Version von Acrobat Reader nicht unterstützt. Es könnte evtl. nicht geöffnet oder falsch dargestellt werden. Adobe schlägt ein Update zur letzten Version von Acrobat Reader vor. Bitte besuchen Sie die Adobe Acrobat Webseite auf http://www.adobe.com/acrobat". Na schön - soll ja noch nichts heissen. Schliesslich hab ich hier auf der Windows 98 Kiste die Version 6.0.4 des Acrobat Readers. Und siehe da, die Datei wird richtigerweise dargestellt. Drucken wir einfach mal aus.Ein fehlerhafter Druck kommt zum Vorschein: die typische Formularblatt-Zeilennummerierung hat jetzt kryptische andere Zeichen. Überhaupt scheinen alle Nummern durch fehlerhafte Zeichen ersetzt worden zu sein. Auch sind ein paar Flächen keine rechteckigen Flächen mehr, sondern wurden zu Dreiecken mutiert. Ich gehe auf die Acrobat Webseite und überprüfe ob ich eine neue Version runterladen kann. Tja, Fehlanzeige, die neueste Version 7.0 gibt es erst ab Windows 2000 Service Pack 4 oder eben Windows XP. Zu dumm, dass ich doch als Student mir kein Windows XP leisten kann. Das evtl. günstigere Windows 2000 wird natürlich nicht mehr verkauft - ausser bei eBay. Nun die große Frage: Warum zum Henker setzt ein öffentliches Amt, wie das BAFöG-Amt, Software voraus, die sich ein BAFöG-ersuchender Student eben nicht leisten kann? Na liebes Deutschland, erklär mir das mal. Und erklär mir doch mal, wieso ich dann später, als steuerzahlender Arbeitnehmer oder -geber, Ämter finanziere, deren Tauglichkeit durch solche Fehler famos in Frage gestellt werden. Gebt ihr mir ein Windows XP? Ein solcher Softwarezwang unterstützt Monopole. Wahrscheinlich muss ich jetzt sogar froh sein, dass sie als Dokument das PDF von Adobe benutzen - anstatt ein Microsoft Word Dokument. Sonntag, 4. September 2005Absenken der Ökosteuer - die Lösung?
Dass die schreckliche Katastrophe in den USA die globale Wirtschaft stark beeinflussen würde, war klar. Der Preis für Rohöl ist ein guter Indikator dafür. So dürfen sich die nicht direkt vom Hurrikan betroffenen Amerikaner über ungewohnt hohe Spritpreise "freuen" - etwas über ein Dollar pro Liter. Wir in Deutschland erreichen bald die Einsfuffzig-Region - und alle ächzen unter der zu tragenden Last. Schon wird gefordert, dass man die Ökosteuer aussetzen möge, um so einen Teil der Preissteigerung abzupuffern. Interessanter Vorschlag - leider aber völlig aus der Luft gegriffen und wohl nur unter "Wahlkampf" einzuordnen. Um das zu erkennen, braucht man sich nichtmal an den Volkswirschafts-Unterricht zu erinnern: Steuern sind Zwangsabgaben, die der Staat in erster Linie als Einnahmequelle benötigt. Dafür gibt's keine Gegenleistung - jedenfalls keine direkte. Welcher Bürger aber würde freiwillig auf die Landesverteidigung und das Schulwesen verzichten? Es gibt allerdings auch Steuern, die sogenannten Lenkungssteuern, die letztlich dazu verwendet werden, um Investitionsströme zu lenken. Die Ökosteuer ist eine solche Steuer. Vor Jahren sind hier die Grünen mit der legendären Forderung "Fünf Mark der Liter" angetreten. Es geht darum, dass ein hoher Verbrauch von Sprit und damit ein Verbrauch der Umwelt eingeschränkt werden soll. Ein hoher Spritpreis aber sorgt gleichzeitig dafür, dass sich die Wirtschaft automatisch auf die Suche nach günstigeren Alternativen begibt, d.h. sie investiert in neue Technologien und Märkte - das aber nur nebenbei gesagt. Schließlich fanden die Grünen gemeinsam mit ihren Koalitionspartner SPD auch eine nette Verwendung für die aus der Ökosteuer generierten Einnahmen: Man wollte damit das Rentensystem stützen und so den Rentenbeitragssatz um einige Zehntelprozentpunkte senken. Dies ist auch geschehen: 19,5% momentan, wenn ich mich nicht irre.Was aber, wenn man denn nun die Ökosteuer absänke?Richtig: Zwangsläufig müsste man umgehend den Rentenbeitragssatz steigen lassen (Prinzip "Rechte-Tasche-Linke-Tasche") - oder man steht unvermittelt wieder vor einem weiteren "kleinen" Haushaltsloch. Und das kann sich Deutschland momentan und auf absehbare Zeit wirklich nicht leisten.Davon abgesehen: Wir sind noch nicht bei den "fünf Mark" pro Liter.. Die könnten wir aber durchaus noch erreichen, wenn die Spekulation auf dem enger gewordenen Ölmarkt noch ein paar Wochen so weitergeht.
(Literaturhinweis: Wienert, Helmut: Grundzüge der Volkswirtschaftslehre Band 2: Makroökonomie. Kohlhammer, Stuttgart.)
Geschrieben von Nikolaus Klumpp
in Gesellschaft, Ökonomie
um
23:14
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