Einem akuten Anfall an Größenwahn müssen wohl die Macher von mp3.de anheimgefallen sein: Wo ich früher Musik von solchen Perlen wie Xandria, Admirabilis und Chronique entdecken und hören konnte, prangt mir nun auf der Startseite das Konterfei von Xavier Naidoo entgegen - und die Suche nach Musik wird praktisch unbenutzbar, weil die Ergebnisse von DRM-kastrierter Musik verseucht werden.
Früher verwendete ich mp3.de dafür, neue Musik zu entdecken: Ich stöberte, hörte Demotracks durch - und wenn sie nett waren, so kaufte ich trotz meines arg begrenzten studentischen Budgets doch die eine oder andere CD. Natürlich direkt beim Künstler.. zum einen hatten die meisten (noch) keinen Plattenvertrag, zum anderen war da der angenehme Nebeneffekt, dass bei der Band mehr vom Geld ankam.
Und nun?
mp3.de ist momentan ziemlich unbrauchbar: Unübersichtlich, verkommerzialisiert - und voller WMA-Dateien, die unter meinem Linux vor allem eins tun - Plattenplatz verbrauchen und aufs Gelöschtwerden warten.
Oh, bitte nicht falsch verstehen: Natürlich ist es nett, direkt auf der Website, wo man die Demotracks zum "Anfixen" gefunden hat, auch noch weitere Songs kaufen zu können. Dann aber bitte ohne DRM, und bitte auch substantiell günstiger als solche Songs rechnerisch auf einer CD wären. 59 Ct pro Track z.B. sind NICHT wirklich viel günstiger als auf einer CD. Was können die Jungs von mp3.de tun, um für mich die Site zu retten?
- You're not musicload.de, stupid!
- Beim Stöbern und Suchen sollten alle Pay-Only-Ergebnisse ausblendbar sein.
- Keine Kommerztracks. Die kann ich nämlich bei Karstadt, Amazon oder eben musicload.de kaufen, für etwa das selbe oder gar weniger Geld - und dann oft gleich auf einem physikalischen Datenträger.
- Vertraut dem User: Mehr gescheiten redaktionellen Content, mehr Userpartizipation, mehr vollständige Tracks. Wir haben inzwischen das Web 2.0, und auch wenn das an sich ein elendes Buzzword ist: Vertraut dem User. Der weiß besser, was er will, und er ist ehrlicher, als Ihr denkt.
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