Lidl. Ich kaufe dort gerne ein. Zwei Gründe dafür: Das faire Preis-Leistungs-Verhältnis und eine unschlagbare Anbindung mit dem öffentlichen Nahverkehr. Von hier aus gesehen jedenfalls.
Was mich aber zum Nachdenken gebracht hat - die Erhöhung der Umsatzsteuer hin oder her - war die Beobachtung, dass sich kürzlich von jetzt auf nachher der Preis für meinen geliebten 1,5l-Tetrapack Orangensaft von 99 Cent auf 1,33 Euro erhöhte.
Bei genauerem Hinsehen verhält es sich allerdings ganz ähnlich mit anderen Produkten - der Gemüsemais beispielsweise inzwischen bei 45 Ct statt 39 Ct. Und das, obwohl bei Lebensmitteln der ermäßigte Steuersatz von 7% gilt.
Ja, es gibt den normalen und den ermäßigten Steuersatz - die Leute vom Steuerfach mögen mir die plumpe Vereinfachung nachsehen. Der normale also wurde zu Anfang des Jahres von 16 auf 19 Prozent angehoben. Der ermäßigte - beispielsweise für Lebensmittel und Drucksachen - blieb derweil unangetastet.
Um die Sache zu verkomplizieren, gilt der ermäßigte Steuersatz natürlich nicht für das Essen *in* einer Gastwirtschaft, einem Café oder im McDonald's. Was also wenige wissen: Die Angestellten des letztgenannten Etablissements fragen vor allem aus diesem Grund das klassische "Zum Mitnehmen oder Hieressen?".
Nun, folglich ist das Beck's Green Lemon beim Getränkehändler nicht teurer geworden, jedenfalls nicht direkt aufgrund der Umsatzsteuererhöhung. Wir wissen's ja - die Flasche unterliegt dort ja der ermäßigten Umsatzsteuer. Bestellt man sie in seiner bevorzugten Wochenabschlusslounge, dann schlägt der normale Umsatzsteuersatz zu.
Und der ist ja anfang des Jahres.. genau: Drei Prozentpunkte mehr Umsatzsteuer. Macht bei meiner Stammlounge einen Sprung von 2 Euro auf 2,30 Euro fürs Beck's.
Drei Prozentpunkte machen also 30 Cent aus. Bei zwei Euro. Äh.. Was zum..?!
Zweidreißig sind immer noch günstig, keine Frage.
Allerdings hat sich mein Gehalt nicht im selben Maße erhöht. Nicht um die 15%, die das Beck's zulegte, und erst recht nicht um die knappen 40%, die der O-Saft teurer wurde. Mein geliebter O-Saft von Lidl!
Und genau dieses Auseinanderdriften von Gehalt und Lebenshaltung könnte für uns alle auf Dauer zu einem "kleinen" Kaufkraftproblem führen.
Kommentare